Fachverband Forst e.V.

 

Schädlinge im Wald

Der Sommer kommt – die Schädlinge auch?

Der Sommer 2013 war alles andere als ein Jahrhundertsommer. Und der nun endlich vergangene Winter war auch alles andere als gemäßigt und in jedem Fall so hartnäckig, dass erst Mitte April das letzte Eis wirklich verschwunden ist und der Frühling begrüßt werden kann. Der Maikäfer, der einer der größten Schädlinge sein kann - könnte durch diese Verschiebung also wieder zum Junikäfer werden. Mit einer Schädlingsplage, wie Sie nach dem Jahrhundertsommer 2003 und dem darauf folgenden milden Winter über Miteleleuropa hereinbrach ist demnach 2014 nicht zu rechnen.

Dennoch besteht die Gefahr im Falle einer längeren Trockenperiode. Die Klimatendenz der vergangenen Jahre geht in die Richtung von Extremwetterlagen zu eher ungewöhnlichen Jahreszeiten. Zunehmende Trockenheit und auch Stürme haben einen negativen Einfluss auf den ohnehin schon kritischen Zustand der deutschen Wälder. Sie schwächen das Immunsystem der einzelnen Bäume und das der Wälder insgesamt. Dies führt wiederum dazu, dass Bäume gegen Schädlinge besonders anfällig sind.

Die Tatsache, dass es teilweise Monokulturen in deutschen Wäldern gibt, wie vor allem Fichtenwälder, führt weiterhin verschärfend dazu, dass Schädlinge wie der Borkenkäfer sich besonders ausbreiten können. Der Borkenkäfer befällt nämlich nur Nadelbäume. Wenn es also mehr Mischwaldbestände gäbe, hätten der Borkenkäfer und auch andere Schädlinge kein so großes Futtergebiet. Viele Forstbesitzer haben sich aus ökonomischen Gründen aber kurzfristig für Fichtenwälder entschieden.

Diese Art der Schädlinge sind zunächst vor allem für Bäume schädlich und erst indirekt für den Menschen. Direkte Auswirkungen auf den Menschen haben aber die gleichen Gründe.

Vor allem in Wäldern mit angrenzenden Seen, also stehenden Gewässern, besteht vor allem dann beispielsweise eine besondere Gefahr einer extremen Mückenplage, wenn ein feuchtwarmes Klima herrscht. Dies lässt sich besonders gut am Beispiel von Mückenplagen in Hochwassergebieten erklären. Sobald das ansonsten fliessende Gewässer zum Stehen kommt, wenn das Wasser also zurückgeht bedeutet dies das Paradies für Stechmücken bzw. sogenannte Überschwemmungsmücken. Sie breiten sich dann epidemieartig aus – ein warmer Sommer vorausgesetzt.

Der Entwicklungszyklus der Mücken reduziert sich in diesem Fall von 25 auf 10 Tage. Prinzipiell kann man also sagen, dass es in warmen Sommern mehr Stechmücken gibt als in kalten Sommern. An Orten mit stehenden Gewässern umso mehr.

Ein systematischer Schutz ist also absolut ratsam. Im besten Fall sorgt man vor, indem die Plagegeister gar nicht erst an sich ran lässt, z.B. durch den Einsatz von Fliegengittern oder ähnlichem. Anderenfalls kann man nur hoffen, dass Schwellungen rasch abnehmen und nicht zu allergischen Reaktionen führen, die immer mehr zunehmen. Aktuell gibt es in Deutschland 46 Mückenarten, auch exotische Mückenarten beheimaten sich zunehmend auch hierzulande.

 

 
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